Donnerstag, 6. Mai 2010

Der unausgesprochene Treueid auf die Plattform

Jeder Intellektuelle in der Emigration, ohne alle Ausnahme, ist beschädigt und tut gut daran, es selber zu erkennen, wenn er nicht hinter den dicht geschlossenen Türen seiner Selbstachtung grausam darüber belehrt werden will. Er lebt in einer Umwelt, die ihm unverständlich bleiben muss, auch wenn er sich in den Gewerkschaftsorganisationen oder dem Autoverkehr noch so gut auskennt; immerzu ist er in der Irre. Zwischen der Reproduktion des eigenen Lebens unterm Monopol der Massenkultur und der sachlich-verantwortlichen Arbeit herrscht ein unversöhnlicher Bruch. Enteignet ist seine Sprache und abgegraben die geschichtliche Dimension, aus der seine Erkenntnis die Kräfte zog. Die Isolierung wird umso schlimmer, je mehr feste und politisch kontrollierte Gruppen sich formieren, misstrauisch gegen die Zugehörigen, feindselig gegen die abgestempelten anderen. Der Anteil des Sozialprodukts, der auf die Fremden entfällt, will nicht ausreichen und treibt sie zur hoffnungslosen zweiten Konkurrenz untereinander inmitten der allgemeinen. All das hinterlässt Male in jedem Einzelnen. Wer selbst der Schmach der unmittelbaren Gleichschaltung enthoben ist, trägt als ein besonderes Mal eben die Enthobenheit, eine im Lebensprozess der Gesellschaft scheinhafte und irreale Existenz. Die Beziehungen zwischen den Verstoßenen sind mehr noch vergiftet als die zwischen den Eingesessenen. Alle Gewichte werden falsch, die Optik verstört. Das Private drängt ungebührlich, hektisch, vampyrhaft sich vor, eben weil es eigentlich nicht mehr existiert und krampfhaft sein Leben beweisen will. Das Öffentliche wird zur Sache des unausgesprochenen Treueids auf die Plattform.

Adorno, Minima Moralia

Dienstag, 4. Mai 2010

Das Glück, das im Auge des Denkenden aufgeht

Denn Denken hat das Moment des Allgemeinen. Was triftig gedacht wurde, muß woanders, von anderen gedacht werden: dies Vertrauen begleitet noch den einsamsten und ohnmächtigsten Gedanken. Wer denkt, ist in aller Kritik nicht wütend: Denken hat die Wut sublimiert. Weil der Denkende es sich nicht antun muß, will er es auch den anderen nicht antun. Das Glück, das im Auge des Denkenden aufgeht, ist das Glück der Menschheit. Die universale Unterdrückungstendenz geht gegen den Gedanken als solchen. Glück ist er, noch wo er das Unglück bestimmt: indem er es ausspricht. Damit allein reicht Glück ins universale Unglück hinein. Wer es sich nicht verkümmern läßt, der hat nicht resigniert.

[Band 10: Kulturkritik und Gesellschaft I/II: Kritische Modelle 3. Digitale Bibliothek Band 97: Theodor W. Adorno: Gesammelte Schriften, S. 8732 (vgl. GS 10.2, S. 798 ff.)]

Montag, 26. April 2010

Das Lied von der Presse

Im Anfang war die Presse
und dann erschien die Welt.
Im eigenen Interesse
hat sie sich uns gesellt.
Nach unserer Vorbereitung
sieht Gott, daß es gelingt,
und so die Welt zur Zeitung
er bringt […]
Sie lesen, was erschienen,
sie denken, was man meint.
Noch mehr lässt sich verdienen,
wenn etwas nicht erscheint.

Karl Kraus

Mittwoch, 21. April 2010

Klaus Kinski:

Ich bin gekommen, die erregendste Geschichte der Menschheit zu erzählen: Das Leben von Jesus Christus.
Ich spreche nicht von diesem Jesus auf den gräßlich bunten Drucken. Nicht von dem Jesus mit der gelben leberkranken Haut - den eine irrsinnige menschliche Gesellschaft zur größten Hure aller Zeiten macht. Dessen Kadaver sie pervers mit sich herumschleppt an infamen Kreuzen. Ich spreche nicht von göttlichem Geschwätz und von geplärrten Kirchenliedern. Nicht von dem Jesus, der mit modrigem Kuß die kleinen Mädchen von der ersten Kommunion aus geilen Träumen schreckt und sie dann sterben läßt vor Ekel und vor Scham, wenn sie auf den Latrinen schäumen.
Ich spreche von dem Mann: dem ruhelosen, der sagt, daß wir uns ändern müssen, immerzu, jetzt! Ich spreche von dem Abenteurer, dem furchtlosesten, freiesten, modernsten aller Menschen, der sich lieber massakrieren läßt, als lebendig mit den anderen zu verfaulen. Ich spreche von dem Mann, der so ist, wie wir alle sein wollen. Du und ich.

John Cassavetes:

Filme sind für mich unwichtig. Menschen sind sehr wichtig. Am Ende gehen alle mit dem Wissen nach Hause, dass es möglich ist. Nicht so sehr, dass der Film gut oder schlecht oder mittelmäßig ist, sondern dass es möglich ist, dass Leute mit Nichts anfangen können und durch ihren Willen und ihre Entschlossenheit aus dem Nichts etwas machen, ohne technisches Know-how, ohne Ausrüstung. Bei dem ganzen Film war kein einziger Techniker dabei. Keiner von uns wusste, wie man eine Kamera bedient. Sie kamen an, studierten die Bedienungsanleitung, wie man den Film einlegt, besorgten sich eine Moviola und sahen sich das Ding an, taten alles Menschenmögliche, wir machten 8 Millionen Fehler, aber es war aufregend und machte Spaß. (...) Das Ganze war mehr als ein Film; es wurde zu einer Lebensform. Einem Widerstand gegen die Mächte, die die Menschen daran hinderten, sich so auszudrücken, wie sie es wollen. Wir wollten beweisen: 'So was ist in Amerika möglich. Und ohne Geld. Wir schaffen es.' Wie lange haben wir im Vietnamkrieg gekämpft? Wenn es solange dauert, etwas so Destruktives zu tun, warum können wir uns nicht vier Jahre Zeit lassen, etwas Konstruktives zu tun?

Donnerstag, 15. April 2010

Zur Genese der Dummheit

Das Wahrzeichen der Intelligenz ist das Fühlhorn der Schnecke »mit dem tastenden Gesicht«, mit dem sie, wenn man Mephistopheles glauben darf, auch riecht. Das Fühlhorn wird vor dem Hindernis sogleich in die schützende Hut des Körpers zurückgezogen, es wird mit dem Ganzen wieder eins und wagt als Selbständiges erst zaghaft wieder sich hervor. Wenn die Gefahr noch da ist, verschwindet es aufs neue, und der Abstand bis zur Wiederholung des Versuchs vergrößert sich. Das geistige Leben ist in den Anfängen unendlich zart. Der Sinn der Schnecke ist auf den Muskel angewiesen, und Muskeln werden schlaff mit der Beeinträchtigung ihres Spiels. Den Körper lähmt die physische Verletzung, den Geist der Schrecken. Beides ist im Ursprung gar nicht zu trennen.
Die entfalteteren Tiere verdanken sich selbst der größeren Freiheit, ihr Dasein bezeugt, daß einstmals Fühler nach neuen Richtungen ausgestreckt waren und nicht zurückgeschlagen wurden. Jede ihrer Arten ist das Denkmal ungezählter anderer, deren Versuch zu werden schon im Beginn vereitelt wurde; die dem Schrecken schon erlagen, als nur ein Fühler sich in der Richtung ihres Werdens regte. Die Unterdrückung der Möglichkeiten durch unmittelbaren Widerstand der umgebenden Natur ist nach innen fortgesetzt, durch die Verkümmerung der Organe durch den Schrecken. In jedem Blick der Neugier eines Tieres dämmert eine neue Gestalt des Lebendigen, die aus der geprägten Art, der das individuelle Wesen angehört, hervorgehen könnte. Nicht bloß die Prägung hält es in der Hut des alten Seins zurück, die Gewalt, die jenem Blick begegnet, ist die jahrmillionenalte, die es seit je auf seine Stufe bannte und in stets erneutem Widerstand die ersten Schritte, sie zu überschreiten, hemmt. Solcher erste tastende Blick ist immer leicht zu brechen, hinter ihm steht der gute Wille, die fragile Hoffnung, aber keine konstante Energie. Das Tier wird in der Richtung, aus der es endgültig verscheucht ist, scheu und dumm.
Dummheit ist ein Wundmal. Sie kann sich auf eine Leistung unter vielen oder auf alle, praktische und geistige, beziehen. Jede partielle Dummheit eines Menschen bezeichnet eine Stelle, wo das Spiel der Muskeln beim Erwachen gehemmt anstatt gefördert wurde. Mit der Hemmung setzte ursprünglich die vergebliche Wiederholung der unorganisierten und täppischen Versuche ein. Die endlosen Fragen des Kindes sind je schon Zeichen eines geheimen Schmerzes, einer ersten Frage, auf die es keine Antwort fand und die es nicht in rechter Form zu stellen weiß. Die Wiederholung gleicht halb dem spielerischen Willen, wie wenn der Hund endlos an der Türe hochspringt, die er noch nicht zu öffnen weiß, und schließlich davon absteht, wenn die Klinke zu hoch ist, halb gehorcht sie hoffnungslosem Zwang, wie wenn der Löwe im Käfig endlos auf und ab geht und der Neurotiker die Reaktion der Abwehr wiederholt, die schon einmal vergeblich war. Sind die Wiederholungen beim Kind erlahmt, oder war die Hemmung zu brutal, so kann die Aufmerksamkeit nach einer anderen Richtung gehen, das Kind ist an Erfahrung reicher, wie es heißt, doch leicht bleibt an der Stelle, an der die Lust getroffen wurde, eine unmerkliche Narbe zurück, eine kleine Verhärtung, an der die Oberfläche stumpf ist. Solche Narben bilden Deformationen. Sie können Charaktere machen, hart und tüchtig, sie können dumm machen - im Sinn der Ausfallserscheinung, der Blindheit und Ohnmacht, wenn sie bloß stagnieren, im Sinn der Bosheit, des Trotzes und Fanatismus, wenn sie nach innen den Krebs erzeugen. Der gute Wille wird zum bösen durch erlittene Gewalt. Und nicht bloß die verbotene Frage, auch die verpönte Nachahmung, das verbotene Weinen, das verbotene waghalsige Spiel, können zu solchen Narben führen. Wie die Arten der Tierreihe, so bezeichnen die geistigen Stufen innerhalb der Menschengattung, ja die blinden Stellen in demselben Individuum Stationen, auf denen die Hoffnung zum Stillstand kam, und die in ihrer Versteinerung bezeugen, daß alles Lebendige unter einem Bann steht.

Adorno, Horkheimer, Dialektik der Aufklärung

Samstag, 13. März 2010

Das gute Gewissen jedes Einzelnen

(…) Arnheim half abermals nach. „ Haben Sie schon jemals einen Verwaltungsrat gewählt? Sie haben es nie getan!“ – Setzte er gleich selbst hinzu- „Und es würde auch keinen Sinn haben, daran zu denken, denn Sie werden nie die Aktienmajorität eines Unternehmens besitzen!“ Er sagte das so bestimmt, dass sich Ulrich fast durch den Mangel einer so wichtigen Eigenschaft hätte beschämt fühlen können; und es war auch ein echter Arnheimscher Einfall, mit einem einzigen Schritt und ohne Mühe von den Dämonen zu den Verwaltungsräten überzugehn. Er fuhr lächelnd fort: „Ich habe Ihnen eine Person bisher nicht genannt, und es ist in gewissem Sinn die wichtigste! Ich habe ‚die Aktienmajorität’ gesagt, das klingt wie eine harmlose Vielheit: dennoch ist das fast immer eine einzelne Person, ein ungenannter und der großen Öffentlichkeit unbekannter Hautpanteilbesitzer, der von jenen verdeckt wird, die er an seiner Statt vorschickt!“
Nun dämmerte es Ulrich natürlich, dass dies Dinge seien, von denen man jeden Tag in der Zeitung lesen könnte; aber Arnheim verstand es immerhin, ihnen Spannung zu geben. Neugierig fragte er ihn, wer die Aktienmajorität der Lloyd- Bank besitze.
„ Das weiß man nicht“ erwiderte Arnheim ruhig. „Richtiger gesagt, Eingeweihte wissen es natürlich, aber es ist nicht üblich davon zu sprechen. Lassen Sie mich lieber auf den Kern dieser Dinge kommen: Überall, wo zwei solche Kräfte da sind, ein Auftraggeber auf der einen, eine Verwaltung auf der anderen Seite, entsteht von selbst die Erscheinung, dass jedes mögliche Mehrungsmittel ausgenutzt wird, ob es nun moralisch und schön ist oder nicht. Ich sage wirklich ‚von selbst’, denn diese Erscheinung ist in hohem Grade unabhängig vom Persönlichen. Der Auftraggeber kommt nicht unmittelbar in Berührung mit der Ausführung, und die Organe der Verwaltung sind dadurch gedeckt, dass sie nicht aus persönlichen Gründen, sondern als Beamte handeln. Dieses Verhältnis finden sie heute allenthalben und durchaus nicht nur im Geldwesen. Sie können versichert sein, dass unser Freund Tuzzi in größter Gewissensruhe das Zeichen zu einem Krieg geben würde, selbst wenn er persönlich nicht einen alten Hund totschießen könnte, und ihren Freund Moosbrugger werden Tausende zum Tode befördern, weil sie es bis auf drei nicht mit leiblicher Hand zu tun brauchen! Durch diese zur Virtuosität ausgebildete ‚Indirektheit’ wird heute das gute Gewissen jedes Einzelnen wie der ganzen Gesellschaft gesichert; der Knopf auf den man drückt, ist immer weiß und schön, und was am anderen Ende der Leitung geschieht, geht andere Leute an, die für ihre Person wieder nicht drücken. Finden sie es abscheulich? So lassen wir Tausende sterben oder vegetieren, bewegen Berge von Leid, richten damit aber auch etwas aus! Ich möchte beinahe behaupten, dass sich darin, in der Form der sozialen Arbeitsteilung, nichts anderes ausdrückt als die alte Zweiteilung des menschlichen Gewissens in gebilligten Zweck und in Kauf genommene Mittel, wenn auch in einer grandiosen und gefährlichen Weise.“ (…)

Robert Musil, Der Mann ohne Eigenschaften
Kapitel 121 „Die Ausprache“, Seite 637-638

Donnerstag, 11. März 2010

Widerstand ist zwecklos

Viele Filme sollte man einfach getrost ignorieren können in der Hoffnung, dass sie sich auch aufgrund ihrer profitorientierten manieristisch professionellen systemimmanenten Betriebsblindheit von selbst irgendwann auslöschen, aber da sich dieser Masochismus heutzutage gut dünkt und man ihn sich nach der Geburt, zwecks Selbstrationalisierung, von der Gesellschaft sowieso gratis hinterher werfen lässt und seit Erfindung des Kapitalismus an jeder Ecke Scheiße zu Geld verwandelt wird und jeder seinen Klumpen auch noch auf den bereits ‚Turm zu Babel- großen’ Berg von Scheiße drauf werfen muss, sehe ich mich genötigt auf Scheiße mit Scheiße zu reagieren in der traumhaften Sehnsucht danach, dass manche Scheiße die Macht besitzen könnte andere Scheiße zu neutralisieren. Eine Utopie, die ich bezweifle, aber eine schöner Gedanke, der mich wach hält.
Und deshalb widme ich mich nur kurz diesem Scheißhaufen von Film namens Baader Meinhof Komplex.
Der Nivellierexperte Bernd Eichinger hat sich mit seinem Franchise Unternehmen Constantin bei dem RAF Monopolisten Stefan Aust eingeschlabber-schleimt und die Verfilmungsrechte für sein abgeschlossenes Werk BMK erschlichen um daraus einen Amphibienfilm zu machen, um sich in jede Poritze von Kinoplexen und Fernsehkanälen einzunisten, die nach risikoarmer Profitmaximierung stinken. In der Branche erkennt sich jeder nach seinem Geruch.
Vorsicht Pseudodramaturgisten Geschwätz:
Der Film hastet von Klimax zu Klimax im glauben durch vollständige Abwicklung größtmögliche Authentizität zu erreichen. Höhepunkte die unmittelbar auf Höhepunkte folgen bilden eine Linie und so bleibt Spannung fern trotz seiner Rasanz die er durch hastige Montage und authentischen Requisiten zu demonstrieren behauptet- Die Requisiten sind authentischer als es die Realität jemals zu sein scheinen kann.
Die Figuren sind unterste Schublade des Schubladendenkens: der Draufgänger, die Intellektuelle, die Femme Fatal, gegen den besonnenen Oberguru Polizei Führer, der sich psychologisch geschult sogar in Schubladen hineinversetzen kann und daraus ein Fahndungsverfahren entwickelt und unzählbare andere Pappschilder werden an Fäden durch die Sets gezogen und müssen Entscheidungen für ihr Leben treffen nach dem Hü oder Hopp Prinzip, gefallen sich in pseudopolitischem Geschwätz oder müssen beweisen wie skrupellos sie sind, indem sie Omas Handtasche klauen. DIe Welt ist ein Spießrutenlauf und so weiter blablabla

Die Macher um Bernd Eichinger herum sind zu Sklaven seiner gedanklichen Dünnschißfarbik geworden. Spätestens mit seinem Bushido Film hat sich das konkret bewiesen, aber der ist es genauso wenig wert und jetzt fühle ich mich schuldig, dass ich ihn genannt habe und halte die Fresse.

Dienstag, 9. März 2010

Avatar ist ein Stahlbad

Kleine freie Polemik zu James Camerons Avatar
Das Gegenteil von Kunst ist Technik, aber Technik ist alles:Avatar ist keine Kunst sondern massive Technik, von der Erzähltechnik bis zur Projektionstechnik. Er ist die pure Rationalisierung der Vorstellung vom Potential zur Kunst. Ein Werbespot für den Film, solange der Film läuft. Ein perfekt kalkulierter männlicher Orgasmus, eingefrorene Potenz, als ewiges Meisterwerk, das sich bereits wie Michelangelo fühlt, bevor es da ist. Die angewandten Techniken setzen die Zahlen und Avatar ist danach gemalt.  Große Augen, schöne Wilde, Naturburschen gegen den modernen barbarischen Menschen, die ewige Geschichte unserer verhinderten Selbstzerstörung. Leni Riefenstahl in 3D. Jede emotionale Verbindung entstammt aus einem Katalog. Kein Platz für Lücken, von Außen nach Innen alles aus- erzählt, jedes Bild zu Tode visualisiert, weil sich die Technik, die Masse als eine Horde Zombies vorstellt. Ein totalitärer Film, die pure Visualisierung, nichts ist Echt was dadurch erst zur Lüge werden kann. Jede subtile Geste funktioniert nach einem durchgerechneten Schema. Nicht Effekt in Affekt sondern Effekt auf Effekt. Alles ist schön, allen soll es gefallen. Selbst der Aufruf zum Nachdenken ist Teil des Kalküls, die paradoxe Dreistigkeit uns als Botschaft einzureden mit der Natur in Einklang leben zu müssen, während er uns mit Superlativen der Technik KO schlägt. Avatar, eine Sonne die alle Planeten in seine Umlaufbahn zwingt und sie bis zur Fortsetzung um sich drehen lässt. Ökonomie in Perfektion, der Fetischspiegel unserer selbst, der Traum mit Technik vor der Technik zu flüchten, bald auch auf Blue Ray, in Zeitlupe und von Bild zu Bild. Wir sind Götzendiener die an einen arroganten Zombie-Gott glauben wollen sollen, ein Spiegel oder eine Illusion? „ICH sehe dich“, Amen.

Sonntag, 7. März 2010

Schicksal eines Karikaturisten:
Im Alter erblindet, starb er verarmt.